Drucken E-Mail

Kaninchenzucht

Zum Thema Kaninchenzucht gibt es unterschiedliche Vorstellungen

Kaninchenvermehrung und organisierte Rassekaninchenzucht

Jeder der ein Kaninchen besitzt und sich darum kümmert ist ein Kaninchenhalter, aber nicht jeder der eigene Jungtiere aufzieht ist auch ein Kaninchenzüchter. Kaninchen züchten bedeutet nicht einfach Tiere zu vermehren, dazu gehören Kenntnisse über Haltung, Rassen und Genetik, sowie die Mitgliedschaft in einem Kaninchenzuchtverein, wenn man seine Kaninchen auch ausstellen möchte und als Kaninchenzüchter anerkannt werden will. Viele Menschen glauben, Rassekaninchenzucht beziehe sich nur auf eher langweilig aussehende graubraune „Stallhasen“, stellen aber später fest, dass viele der Kaninchen, die auf Ausstellungen und beim Rassekaninchenzüchter zu sehen sind genauso niedlich, bunt und schön anzusehen sind wie die Zwergkaninchen, die im Zoohandel angeboten werden. Das kommt daher, weil die Kaninchen im Handel, selbst wenn sie Mischlinge sind, von Rassekaninchen aus der Kaninchenzucht abstammen. Ein großes Problem für die organisierte Kaninchenzucht ist heute der eher geringe Bekanntheitsgrad und dass sich wenige junge Menschen für dieses Hobby begeistern können.

Entstehung der Kaninchenzucht in Deutschland

Gezielte und organisierte Kaninchenzucht entstand etwa zur Zeit der Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Vorher wurden Kaninchen nur für den persönlichen Fleischbedarf gehalten. Früher war das Ziel der Kaninchenzucht Fell, Fleisch und Wolle zu produzieren, heute steht der ideelle Wert der Tiere im Vordergrund und Kaninchenzucht wird eher als Hobby betrieben. Der erste Verein für Kaninchenzucht wurde 1880 in Chemnitz gegründet. Zu dieser Zeit gab es nur fünf unterschiedliche Kaninchenrassen und für diese wurden die ersten Bewertungsbestimmungen verfasst. Heute gibt es etwa zehnmal so viele Kaninchenrassen in der Kaninchenzucht und ein ganzes Buch für die unterschiedlichen Zuchtrichtlinien.

Aufbau der heutigen Kaninchenzucht

Kaninchenzucht ist genau wie Hunde-, Katzen- oder Pferdezucht organisiert und es bestehen Richtlinien hierfür. An der Spitze der Organisation der heutigen Kaninchenzucht in Deutschland steht der ZDRK (Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter). Darunter folgen die 20 Landesverbände und dann die Ortsverbände (Kaninchenzuchtvereine). Die einzelnen Kaninchenzüchter sind Mitglieder in den verschiedenen Vereinen.

ZDRK- (Zentralverband der Kaninchenzucht in Deutschland)
^
20 Landesverbände
^
^
ca. 6000 Ortsverbände (Kaninchenzucht Vereine)
^
^
^
etwa 150.000 einzelne Kaninchenzüchter

Kaninchenausstellungen

Der Sinn und Zweck von Kaninchenausstellungen ist, die aus der eigenen Kaninchenzucht hervorgegangenen Tiere mit anderen zu vergleichen und sie zu bewerten zu lassen. Die besten Tiere erhalten die höchste Punktzahl und der Züchter einen entsprechenden Preis. Dies steigert natürlich auch den Wert der ausgestellten Tiere. Zu einer Kaninchenschau werden nur Tiere mit einer Tätowierung im Ohr (Vorraussetzung dafür ist die Mitgliedschaft in einem Kaninchenzucht Verein) und einem Gesundheitszeugnis vom Tierarzt zugelassen. Die allererste Kaninchenausstellung in Deutschland fand 1874 in Bremen statt.

 

SUCHE

WERBUNG